Edibles & Leber-Metabolismus
Die Wissenschaft hinter oraler Einnahme, Decarboxylierung und 11-Hydroxy-THC.
Decarboxylierung
Rohes Cannabis macht nicht high. Die Pflanze produziert Cannabinoide in ihrer sauren Form (z.B. THCA). Um psychoaktiv zu werden, muss die Carboxylgruppe (COOH) durch Hitze abgespalten werden.
- Die Formel: THCA → THC + CO2
- Temperatur: Ideal sind 105°C - 115°C für ca. 30-45 Minuten im Backofen.
- Fettbindung: Da THC lipophil (fettlöslich) ist, muss es nach der Aktivierung an Fette (z.B. Butter oder Kokosöl) gebunden werden.
Warum Edibles stärker sind
Beim Essen gelangt das THC über den Magen-Darm-Trakt direkt in die Leber. Dort wandeln Enzyme (Cytochrom P450) es in einen neuen, viel potenteren Metaboliten um.
- Der Metabolit: 11-Hydroxy-THC.
- Wirkung: Dieser Stoff überwindet die Blut-Hirn-Schranke deutlich schneller und bindet stärker an die CB1-Rezeptoren.
- Resultat: Das High ist psychedelischer, körperbetonter und hält oft 6 bis 12 Stunden an.
Dosierungs-Richtlinien (Start Low, Go Slow)
Die größte Gefahr bei Edibles ist die verzögerte Wirkung. Konsumenten spüren nach 30 Minuten nichts und essen mehr – was oft in unangenehmen Überdosierungen (Herzrasen, Paranoia, Schwindel) endet.
Anfänger (Microdosing)
1 - 5 mg THC
Leichte Entspannung, kaum spürbare Psychoaktivität.
Gelegenheitskonsumenten
5 - 15 mg THC
Starkes Körpergefühl, euphorisch, veränderte Wahrnehmung.
Erfahrene Konsumenten
15 - 30 mg THC
Sehr starkes High, Gefahr von "Couch-Lock" und Paranoia bei Ungeübten.
High Tolerance / Medizinisch
50+ mg THC
Nur für Patienten mit extrem hoher Toleranz (z.B. Schmerzpatienten).